Vortrag vom 08.06.2023: Kohleboom und Glasmacherkunst - Eine Lausitzer (Erfolgs-) Geschichte
Im August 2020 verabschiedete die Bundesregierung das Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen. Ziel ist es, die vom Braunkohleausstieg betroffenen Regionen zu fördern und den Strukturwandel zu begleiten.
Vor diesem Hintergrund führen das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen und das Landesamt für Archäologie Sachsen ein Erfassungsprojekt in den beiden sächsischen Braunkohlerevieren durch. Das Untersuchungsgebiet umfasst für das Lausitzer Revier die Landkreise Bautzen und Görlitz und für das Mitteldeutsche Revier die Landkreise Leipzig und Nordsachsen sowie die Stadt Leipzig. Von Juni 2021 bis September 2023 wird die bergbaubedingte Kulturlandschaft erfasst. Diese sollen dann als Grundlage für Konzepte zur Nachnutzung der Anlagen dienen, um das industriekulturelle Erbe Sachsens zu erhalten. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Kultur und Medien finanziert und erfolgt in Kooperation mit den gleichzeitig stattfindenden Erfassungen in den Braunkohlerevieren in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.
Für das Lausitzer Revier ist ein Team aus 5 Mitarbeitern zuständig, welche hier in der Telux ihr Büro haben. Projektleiterin ist Nora Wiedemann (Master of Science mit Schwerpunkt Denkmalpflege). Mit im Team sind Anja Prust (Master of Arts Archäologie), Tom Pfefferkorn (Diplom-Ingenieur Architekt mit Vertiefung Denkmalpflege), Martin Neubacher (Master of Arts Kunsthistoriker) und Kathrin Kruner (Master of Arts Geschichte und Master of Science Industriekultur). Engagiert wird recherchiert und geforscht. Es werden interessante Gespräche mit Bürgern geführt. Viele Anregungen zum Weitersuchen kamen aus der Bevölkerung.
Am 01.02.2023 lud dieses Team zu einer Zwischenvorstellung des Projektes mit den bisherigen Ergebnissen in das Soziokulturelle Zentrum TELUX ein.
Vorgestellt wurde die beschreibende, fotografische und kartographische Erfassung sowie die kulturhistorische Bewertung von baulichen und technischen Zeugnissen, die in unmittelbarem oder mittelbarem Zusammenhang mit der Kohle- und Energieindustrie entstanden und die Entwicklung der Region nachhaltig prägen. Viele baulichen und technischen Zeugnisse dieses Wirtschaftszweiges wurden untersucht: von den Tagebauen mit ihren Tagebaugroßgeräten, Abraumhalden und Anlagen der Wasserhaltung bis zu den Kraftwerken und anderen Anlagen der Stromerzeugung und -verteilung, von der Braunkohleveredelung, also der Brikett-, Kohlestaub- und Koksherstellung bis hin zu den hierfür erforderlichen Transporteinrichtungen auf Schienen oder Straßen. Aber auch der Werkssiedlungsbau, Verwaltungs- und Kulturbauten sowie die Entwicklung des geografischen Raums in Folge der Devastierung berücksichtigt werden.
Bis zum 01.02.2023 standen bereits 1.500 erfasste Objekte auf der Liste, alle über die Landkreise Bautzen und Görlitz verteilt. Im Gespräch kam heraus, dass es allein in Weißwasser und Umgebung 450 Objekte gibt. Also beratschlagten wir in der Denkmalkommission, ob man nicht zu einem Vortrag nur über den Altkreis einladen könnte. Alle Mitglieder waren dafür und wir traten mit dem Team des Lausitzer Reviers in Verbindung. Mit Hilfe von Frau Lehmann, der Leiterin des Glasmuseums, konnten wir diese Veranstaltung heute organisieren.
Durch Frau Prust und Herrn Pfefferkorn wurde durch das Thema geführt. Es war sehr interessant, aufschluss- und lehrreich. Die ca. 40 Gäste fühlten sich gut mitgenommen und erfuhren auch viele neue Dinge über Weißwasser und den Umkreis. Im Herbst wird es die Publikation auf einer Internetseite geben. Gern werden wir hier den Link veröffentlichen.
Ein Dank geht an das Team der TELUX für das Bereitsstellen der Räumlichkeiten.
Fotos: Stefanie Sprejz


