Kleiner Empfang anlässlich 25 Jahre Deutsche Einheit

27.09.2015 DruckversionPDF

In den Vereinspavillon hatte Oberbürgermeister Torsten Pötzsch geladen. Die Stadträte der ersten Stunde, amtierende Stadträte, den Oberbürgermeister der ersten Stunde und den ersten Landrat im Kreis Weißwasser sowie Kirchenvertreter, welchen eine besondere Rolle in dieser Zeit zugeschrieben wurde. Unter den Anwesenden waren ebenfalls Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung. Unter den Gästen befanden sich  auch sechs Personen, welche aus unser Partnerstadt Brühl angereist sind. Auch der Einladung gefolgt sind Bundestagsabgeordneter Thomas Jurk und Landtagsabgeordneter Thomas Baum.


 
Grußworte des 3. Bürgermeister von Brühl - Robert Saß


Übergabe eines Gastgeschenkes einer Brühler Künstlerin


 Begrüßung und Moderation durch Oberbürgermeister Torsten Pötzsch


Geschichten aus dieser bewegten Zeit von Oberbürgermeister a.D. Dieter Lößner


Und Landrat a.D. Erich Schulze hatte nicht weniger interessante Dinge mitgebracht


Stadtrat Hartmut Schirrock bei seinem kleinen geschichtlichen Rückblick


Interessante Gespräche nach dem offiziellen Teil


Ein Erinnerungsfoto mit den Brühler Gästen

Text: Torsten Pötzsch
Fotos: Evelin Rauch und Torsten Pötzsch


PRESSESTIMMEN
 

LAUSITZER RUNDSCHAU 28.09.2015

Mehr Partnerschaft liegt nun an den Weißwasseranern

Große Kreisstadt erinnert an Zeit vor 25 Jahren / Straffes Programm für Brühler Gäste / Hilfreich für die Verwaltung

Bevor am 3. Oktober die Deutsche Einheit 25 Jahre alt wird, feiert die Städtepartnerschaft zwischen Brühl und Weißwasser dieses Jubiläum. Am 2. Oktober 1990 wurden im Volkshaus die Unterschriften dafür geleistet. Am Samstag ist bei einem Empfang im Vereinspavillon mehrfach betont worden, die Städtepartnerschaft wieder mit mehr Leben erfüllen zu wollen.


Der Stadtchor Weißwasser ist seit vielen Jahrzehnten mit der Chorvereinigung Brühl verbunden. 2016 fahren die Oberlausitzer wieder ins Rheinland. Foto: Weiß

Das Lied "Amazing Grace" singt der Stadtchor am Samstagabend mit einem deutschen Text. Darin heißt es "Dank an die Freunde". Schon oft hat das Weißwasseraner Ensemble dieses Lied mit der Brühler Chorvereinigung gesungen. Im September 2016 wird dieses Stück wieder erklingen. Nämlich dann, wenn die Weißwasseraner ins Rheinland zu ihren Brühler Freunden reisen. Geht es nach den Sängerinnen und Sängern aus der Großen Kreisstadt, dann soll sie Oberbürgermeister Torsten Pötzsch auf der Tour begleiten. Die Einladung ist Samstag ausgesprochen worden.

Beide Chöre sind es übrigens, die die Partnerschaft zwischen Weißwasser und Brühl derzeit hochhalten. Dabei war das Band einst viel enger gewesen.


Zauberer und Stadtrat Hartmut Schirrock liest die RUNDSCHAU nicht nur. Er kann auch mit ihr zaubern. Er trug mit seinem Programm zum
zum Gelingen des Empfangs bei.

"Es ging um die Neugestaltung einer demokratischen und rechtsstaatlichen Verwaltung. Das musste in die Hand genommen werden. Es war eine spannende Zeit", erinnerte sich Oberbürgermeister a.D. Dieter Lößner. Um so schöner sei es gewesen, dass es da tolle Menschen gab, die bei diesem Prozess geholfen haben. "Das war gelebte Einheit", findet Lößner noch heute.

Die CDU-Fraktion hatte am 5. September 1990 in der damals ersten demokratisch gewählten Stadtverordnetenversammlung den Antrag eingebracht, eine Partnerschaft mit Brühl zu entwickeln. Bereits vier Wochen später wurden im Volkshaus am 2. Oktober 1990 die Unterschriften unter den Vertrag gesetzt. Rat und Tat der Brühler seien "unverzichtbar, beispielhaft und wunderbar gewesen." Die Brühler seien dabei nie als die "Wessis" aufgetreten. "Nehmen sie dankbare Grüße mit nach Hause", sprach Lößner die Brühler Gäste direkt an.

Unter Leitung von Robert Saß, dritter stellvertretender Bürgermeister von Brühl, war am Freitag eine kleine Delegation nach Weißwasser gereist. "Der letzte Besuch ist schon eine Weile her", so Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Vor zehn Jahren war man sich letztmalig begegnet. "Die Gäste haben gemerkt, dass sich hier sehr viel verändert hat", so Pötzsch. Bei einem straffen Programm mit Stadtrundfahrt, Besuchen im Kromlauer und Muskauer Park und bei der Fahrt mit der Waldeisenbahn sowie dem Besuch des ökumenischen Gottesdienstes in Weißwasser kam nicht eine Minute Langeweile auf.


Ein Bild der Brühler Künstlerin Antje Cibura überreichte Robert Saß (r.) an Weißwassers OB Torsten Pötzsch. Cibura hatte ihre Sichtweise auf
die Städtepartnerschaft auf die Leinwand gebracht.

"Es war alles perfekt durchorganisiert", lobte Robert Saß. Er überbrachte den Weißwasseranern die Grüße des Stadtrates und der Verwaltung aus Brühl. Für ihn als 25-jährigen sei eine Trennung von Staaten oder durch Grenzen unvorstellbar. Die Städtefreundschaft könnte über Kontakte der Menschen untereinander dafür sorgen, dass Verständnis wachse und sich schließlich das Zusammengehörigkeitsgefühl noch besser entwickle.

Die Partnerschaft soll neu belebt werden. Diese Anregung war aus dem Stadtrat an OB Pötzsch übermittelt worden. "Nun liegt es an uns, sie auf verschiedenen Ebenen wieder aufzubauen", so der OB.

Zum Thema:
Der 3. Oktober 1990 ist Oberbürgermeister Torsten Pötzsch noch ganz gut in Erinnerung. "Neben der Schwimmhalle stand ein Festzelt, wo gefeiert wurde", so Pötzsch. Dort hatte die kleine mobile Disko, die Pötzsch zusammen mit Freunden gegründet hatte, ihren ersten Auftritt.Auch die Zeit des Mauerfalls 1989 ist dem OB noch sehr präsent. Er hatte gerade sein Abi gemacht, war zu den Grenztruppen eingezogen worden. "Wir haben in diesen Nächten kein Auge zugemacht, in Uniform geschlafen. Für einen 18-Jährigen war das damals eine turbulente Zeit." Man könne nur von Glück sagen, "dass damals keiner Panik bekommen und den Schießbefehl gegeben hat."Nach den Wahlen am 6. Mai hatte Dieter Lößner am 1. Juni 1990 seinen ersten Arbeitstag im Rathaus Weißwasser. Mit ihm zogen die Neuen ein und trafen dort auf die Alten. "Es war ein Spannungsfeld. Wir konnten aber nicht alle austauschen", so Lößner. Als ehemaliger OB erinnerte sich Lößner an eine Geschichte aus dem Jahr 1991. Mit dem Polizeisportverein (Nachfolger von Dynamo) reiste er zur Treuhandanstalt nach Berlin, um das volkseigene Vermögen (Eissportkomplex) in die Hände der Stadt zu überführen. In Berlin erfuhren die verdutzten Oberlausitzer, dass sich die Liegenschaft in Rechtsträgerschaf des Ministeriums für Staatssicherheit, Bezirksverwaltung Cottbus, befinde. Die Abteilung Sondervermögen der Treuhand war daraufhin zuständig. Was dann folgte, war ein jahrelanger Kampf. Mithilfe des damaligen Ministerpräsidenten Biedenkopf und seines Finanzministers Milbradt gelang die Übernahme in städtisches Vermögen erst 1995.Nicht nur Deutschland wurde im Jahr 1990 wiedervereinigt, sondern auch die Oberlausitz. Erich Schulze, Landrat a.D., erinnerte in seiner Rede an die Bürgerbefragung am 21. Juli 1990. Damals mussten die Menschen des Kreises Weißwasser entscheiden, ob sie Brandenburger oder Sachsen sein wollen. 82,2 Prozent entschieden sich für Sachsen. Große Herausforderungen standen damals vor dem kleinen Kreis Weißwasser. Der zählte rund 57 000 Einwohner, die in 25 Kommunen wohnten. So sollte eine gemeinsame Wirtschaftsförderungsgesellschaft das ehemalige Kombinat Lausitzer Glas übernehmen. "Doch das Vorhaben wurde im Land in Misskredit gebracht", erzählt Erich Schulze. So präsentierte die Treuhand namhafte Investoren, "die sich später als Wirtschaftskriminelle herausstellten." Überhaupt sei es schlimm gewesen, dass damals Scharlatane und Glücksritter ins Land kamen und die Gelegenheiten zur Marktbereinigung genutzt haben. Große Anstrengungen seien vom Kreis Weißwasser unternommen worden, um den Strukturwandel zu stemmen. 1991 wurde eine ABM-Gesellschaft gegründet, die sich beim Streckenbau für die Waldeisenbahn sehr verdient machte. Erich Schulze konnte berichten, dass die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kreis Weißwasser nicht spannungsfrei gewesen sei. So gründete die Stadt ein eigenes Sozialamt, wobei die Aufgabe eigentlich beim Kreis lag. Städtisches und Kreisliches Gymnasium standen in Konkurrenz um den Bau einer Turnhalle. Auch die Landkreisverwaltung habe mit Verwaltungen aus den alten Bundesländern zusammengearbeitet. So kam Hilfe aus Hagen und Neustadt an der Waldnaab. Am 3. Oktober 1991 schloss der Kreis Weißwasser bereits einen Partnerschaftsvertrag mit dem Kreis Zary. Später folgte noch eine tschechische Partnerschaft.

Regina Weiß

 

SÄCHSISCHE ZEITUNG  29.09.2015

Dank für Aufbauhilfe

Können die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Deutschen Einheit die Partnerschaft von Brühl und Weißwasser neu beleben?

Von Thomas Staudt

Weißwasser. Mit einem dreitägigen Besuchsprogramm und einem Empfang am Samstagabend bedankte sich die Stadt Weißwasser am Wochenende für die Unterstützung der Partnerstadt Brühl nach der Wende. Mitarbeiter aus dem Rathaus der nordrhein-westfälischen Stadt hatten Stadt und Kreis Weißwasser Anfang der 90er Jahre tatkräftig beim Aufbau einer funktionierenden demokratischen Verwaltung unterstützt. Aus Brühl nahmen Mitglieder des Vereins für Städtepartnerschaften, Stadträte und der dritte Bürgermeister Robert Saß an der Stadtrundfahrt, den Führungen durchs Glasmuseum und den Muskauer Park sowie einem ökumenischen Gottesdienst teil. Beim Empfang am Sonnabend revanchierten sich die Gäste und luden Vertreter aus Weißwasser für das kommende Jahr nach Brühl ein. Die Partnerschaft zwischen den beiden Städten wurde 1990 geschlossen und in der Folgezeit lebendig gehalten. In letzter Zeit war sie zunehmend lockerer geworden. „Vielleicht ist das eine neue Chance“, so OB Torsten Pötzsch. Anlass des Zusammentreffens sind die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Deutschen Einheit. Sie werden traditionell am 3. Oktober begangen. Aus terminlichen Gründen war die Begegnung zwischen Brühl und Weißwasser um eine Woche vorgezogen worden.


 

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