Idee einer Mountainbikestrecke im Geopark Muskauer Faltenbogen vorgestellt

25.08.2015 DruckversionPDF

Eine Idee reifte in den letzten Monaten in den Köpfen aktiver Mountainbiker heran und wurde gestern im KIEZ (Kindererholungszentrum am Braunsteich) vorgestellt.

SÄCHSISCHE ZEITUNG 25.08.2015

Auf zwei Rädern durch den Faltenbogen

So sollen in dem etwa sechs Quadratkilometer großen Areal südlich der B 156 zwischen Weißwasser und Krauschwitz mehrere Trails in verschiedenen Schwierigkeitsgraden mit einer Gesamtlänge zwischen 35 und 60 Kilometern entstehen.

Von Alexander Buchmann


In der Bikewelt Schöneck im Vogtland gibt es bereits einen Park für Mountainbiker. Dieser bietet aber vor allem Downhillstrecken. © Jan Woitas/ZB

Bis jetzt ist es noch nicht viel mehr als eine Idee, was Detlef Brendler und Mathias Korn am Montag im Kindererholungszentrum „Am Braunsteich“ (Kiez) in Weißwasser vorgestellt haben. Doch sollte sie umgesetzt werden können, bekäme Weißwasser und damit die Region eine neue touristische Attraktion – einen sogenannten Trailpark für Mountainbikes in den Drachenbergen. Bis es soweit ist, müssen jedoch noch einige Hürden überwunden werden.

Die Informationsveranstaltung soll dazu dienen, genau dafür ein Netzwerk an Unterstützern aufzubauen. Gekommen sind Landes- und Bundespolitiker, die Bürgermeister von Weißwasser, Weißkeißel und Krauschwitz sowie Vertreter der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz (ENO), des Geoparks Muskauer Faltenbogen, der Erlebniswelt Krauschwitz und des Stadtvereins Weißwasser. Ihnen erläutern Brendler und Korn, die beide im BSV Chemie Tschernitz e.V. Abteilung Radsport aktiv sind, ihre Vorstellungen.

So sollen in dem etwa sechs Quadratkilometer großen Areal südlich der B 156 zwischen Weißwasser und Krauschwitz mehrere Trails in verschiedenen Schwierigkeitsgraden mit einer Gesamtlänge zwischen 35 und 60 Kilometern entstehen. Unter einem Trail verstehe man dabei einen schmalen Weg, der zwischen 60 Zentimetern und einem Meter breit sei, sich in seinem Verlauf dem Gelände anpasse und nur in eine Richtung befahrbar sei, erklärt Korn.

Diese Wege sollen dann auch entsprechend beschildert werden und nur durch die Mountainbiker genutzt werden, um Konflikte mit Wanderern zu vermeiden. Neben den eigentlichen Strecken sieht das Vorhaben noch weitere Anlagen vor, für welche die vorhandene Infrastruktur des Kiez genutzt werden soll – beispielsweise für Übernachtungen und Verpflegung. Außerdem könnten auf dem Gelände zwei Übungsparcours entstehen, für man sich gemeinsam mit Kiez-Geschäftsführer Marcel Proske bereits zwei mögliche Flächen angesehen habe, sagt Brendler. Ein Radverleih, eine Werkstatt und eine Waschanlage für die Fahrräder sind ebenfalls vorgesehen.

Die nächste derartige Anlage gebe es erst in Nové Mesto pod Smrkem in Tschechien, wo er viele Dresdner und Berliner sehe, sagt Korn. Und bis Berlin gebe es keinen solchen Park, ergänzt Proske. Aufgrund dieser touristischen Möglichkeiten ist das Vorhaben von allen Anwesenden grundsätzlich positiv bewertet worden. Gleichzeitig ist aber auf noch offene Fragen und Probleme hingewiesen worden.

So müssen zunächst Gespräche mit dem Eigentümer der Flächen geführt werden, die sich laut Rüdiger Mönch, dem Bürgermeister von Krauschwitz, und Nancy Sauer, der Leiterin des Geoparkbüros in Döbern, größtenteils in Privatbesitz befinden. Zudem müsse ein Träger gefunden werden. Laut Korn seien das meist die Kommunen. Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch stellt zwar die Möglichkeit einer Zusammenarbeit in Aussicht, sagt aber auch, dass man ein solches Gelände in der Verwaltung nicht zuordnen könne. Der Stadtvereinsvorsitzende Frank Schwarzkopf erklärt daraufhin, dass die Stadt das nicht machen werde und man sich deshalb einen anderen Träger suchen müsse.

Neben dem Unterhalt ist dieser auch für die Beantragung von Fördermitteln notwendig. Die Kosten schätzt Brendler auf etwa eine halbe Million Euro – je nach Streckenlänge. Man müsse von 20 Euro pro Meter ausgehen, ergänzt Korn. Einen Zeitplan gebe es noch nicht, erklärt Brendler auf Nachfrage von Weißwassers OB.

 

LAUSITZER RUNDSCHAU 25.08.2015

Mountainbiker wollen Drachenberge erobern

Verein aus Tschernitz schlägt Route zwischen Weißwasser und Krauschwitz vor / Übungsparcour soll im Kiez sein

Weißwasser Ein Tschernitzer Verein will in den Drachenbergen zwischen Weißwasser und Krauschwitz eine Mountainbike-Strecke von mindestens 30 Kilometer Länge anlegen lassen. In Weißwasser begegnet man der Idee mit viel Zustimmung, aber auch mit Bedenken.


Mountainbiker würden künftig gern in den Drachenbergen Gas geben. Foto: Kasche

Detlef Brendler und Mathias Korn war die Lust darauf anzumerken: Lieber heute als morgen würden sie auf Mountainbikes über die Drachenberge kurven. Die Geländeübergänge und Höhenunterschiede, die abwechselungsreiche Waldlandschaft mit ihren schönen Ausblicken seien ein Traum.

Die Mitglieder des Radsportvereins BSV Chemie Tschernitz beließen es bei der Präsentation ihrer Pläne im Kindererholungszentrum (Kiez) in Weißwasser allerdings nicht beim Schwärmen.

Nachvollziehbar legten sie dar, wie der Ausschnitt des Muskauer Faltenbogens zwischen B 156 bei Weißwasser und Krauschwitz als Mountainbike-Gebiet erschlossen werden könnte. Auf einer etwa sechs Quadratkilometer großen Fläche könne eine 35 bis 60 Kilometer lange, hochattraktive Strecke angelegt werden. Die Wege seien teilweise schon vorhanden. Das anliegende Kiez biete sich als Anlaufpunkt für die Sportler an. Hier könnten sie übernachten, sich stärken, Räder ausleihen und waschen. Auch sei im Ferienlager Platz genug, um je einen Übungsparcour für Erwachsene und Kinder anzulegen.

Brendler und Korn sehen ein enormes touristisches Potenzial, das sich relativ leicht erschließen ließe. Freunde dieser Trendsportart würden für interessante Strecken lange Anreisen auf sich nehmen. Gerade im Osten Deutschlands gebe es kaum Angebote. Aus Sachsen und Brandenburg würden Mountainbiker bis nach Nové Mìsto pod Smrkem (Neustadt an der Tafelfichte) in Tschechien fahren müssen.

Das Kiez, hieß es weiter, könnte besser vermarktet werden und seine Auslastung steigern. Profitieren von der zusätzlichen Kaufkraft würde aber auch die heimische Gastronomie.

Die Tschernitzer schätzen den Investitionsbedarf auf eine halbe Million Euro. Träger sollte die Stadt Weißwasser sein, die auch die Fördermittel beantragen könnte. Natürlich brächte sich der Verein mit seinen 17 Mitgliedern mit Arbeitskraft und Kompetenz ein. "Wir brennen alle für dieses Projekt", so Detlef Brendler.

Die Präsentation kam bei Vertretern vom Kiez, der Stadt Weißwasser, der Gemeinde Krauschwitz, dem Geopark Muskauer Faltenbogen und Land- sowie Bundestagsabgeordneten aus der Region durchweg gut an: "tolle Geschichte", "großartige Idee", "sehr schönes Projekt" lautete der Tenor. Jörg Funda, Geschäftsführer der Erlebniswelt in Krauschwitz, sprach von einem "touristischen Volltreffer".

Die ganze Region werde aufgewertet, zahlungskräftige Besucher angelockt, an die man sonst nicht rankäme. Kiez-Geschäftsführer Marcel Proske versichert, das Kiez stünde hinter dem Vorhaben.

Zugleich gab man den Projektinitiatoren kritische Hinweise. Das vorgesehene Areal sei größtenteils Privatwald, sagte der Krauschwitzer Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler). Lasse der Eigentümer nicht mit sich verhandeln, gehe gar nichts.

Nancy Sauer vom Geoparkbüro Muskauer Faltenbogen mahnte einen umweltverträglichen Verlauf der Strecke an. Biker und Wanderer dürften sich nicht in die Quere kommen.

Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) will den Verein bei Unterhaltung und Pflege der Strecke mit in die Pflicht nehmen. Seine Mitarbeiter könnten das allein nicht leisten. Brendler kündigte an, dass der Verein seinen Sitz sogar nach Weißwasser verlegen würde, sollte das Projekt umgesetzt werden.

Daniel Preikschat

 

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