Feuerwehren der Region verweisen auf Situation der Einsatzfähigkeit in Sachen Brandschutz

02.05.2012 DruckversionPDF

Feuerwehren sehen rot im Bezug auf die notwendige Einsatzfähigkeit. Deutlich wurde am heutigem Tag auf die prekäre Situation im Raum Weißwasser hingewiesen, als sich der Marktplatz in ein rotes Meer aus Feuerwehrfahrzeugen verwandelte. Eine kleine Delegation von SPD Bundestags- und Landtagsabgeordneten weilten vor Ort um sich ein Bild über die Lage zu machen.

Fotos: Torsten Pötzsch und letztes Jens Werner

 

SÄCHSISCHE ZEITUNG 03. Mai 2012
 

So rot war der Marktplatz noch nie

Von Thomas Staudt

Mitglieder der SPD informierten sich gestern in Weißwasser über die prekäre Situation der Feuerwehren –und wurden von einem Meer aus Einsatzwagen empfangen.

Die SPD ist in der Mauser. Farblich. Die Genossen der Mitte sind auf dem Königsweg, weg vom Rot des linken Underdogs zum Purpur der Herrschenden. Dennoch war gestern auf dem Weißwasseraner Markt Rot die alles beherrschende Farbe. Auf Einladung der Feuerwehr Weißwasser hatten sich 41 Einsatzwagen nahezu aller Wehren aus dem Umland, aber auch aus Görlitz, Niesky und Rothenburg, auf dem abgesperrten Marktplatz eingefunden. Ein Empfangskomitee für die kleine Delegation von SPD-Bundestags- und Landtagsabgeordneten. In Begleitung von Ex-Wirtschaftsminister Thomas Jurk und Sabine Friedel, unter anderem innen- und rechtspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, kam der SPD-Bundestagsabgeordnete für Ostsachsen, Wolfgang Gunkel, um sich ein Bild von der Lage der Feuerwehren auf dem Land zu machen.

Die ist alles andere als rosig. In den letzten Jahren wurde zwar in die Technik investiert. Aber die demografische Entwicklung schafft ein Problem, das mit Technik nicht zu lösen ist. Viele junge Lausitzer verlassen ihre strukturschwache Heimatregion und ziehen in den Westen. Dazu kommt eine schwächelnde Geburtenrate, eine überalternde Bevölkerung und eine Jugend, die bereits im Sportverein trainiert oder sich lieber von den virtuellen Welten des Internets locken lässt. Unterm Strich steht ein explosiver Mix, der mit den Begriffen Nachwuchs- oder Personalproblem nur unzureichend beschrieben ist. Brandschutzbedarfspläne können nur mit Ach und Krach–wenn überhaupt– eingehalten werden. Die Tageseinsatzbereitschaft bekommt Löcher. Die doppelte Funktionsbesetzung wird zum Auslaufmodell. Kurz: Die Sicherheit aller steht auf dem Spiel.

Aber bisher lassen Bund und Land die Kommunen und Feuerwehren mit dem Problem allein. Die Feuerwehr Weißwasser leidet besonders unter der fehlenden Einsatzstärke und der mangelnden Einsatzbereitschaft zwischen 6 und 18 Uhr. 2011 thematisierte sie die Sicherheitslücken, während andere schwiegen. Im Frühjahr demonstrierten die Kameraden lautstark und erfolgreich gegen Personalabbau. Im Herbst gelang es, eine Sicherheitskonferenz nach Weißwasser zu holen. „Obwohl das eigentlich gar nicht unsere Aufgabe ist“, betonte gestern Feuerwehrsprecher Jens Glasewald zum wiederholten Mal. Vor einigen Wochen waren Vertreter von Die Linke, von CDU und FDP da. Nun die SPD. Aus der Opposition heraus einen Lösungsweg zu finden, so Wolfgang Gunkel vor der Klausur im Ratssaal, werde nicht leicht. Am liebsten würde die SPD das Thema im Innenausschuss des Landtages sehen, sagte Sabine Friedel. Bewegung in der Sache sei ohne eine Annäherung an die Regierungsparteien nicht denkbar, so Thomas Jurk. „Wir haben aber auch über die Feuerwehrausbildung und die Novellierung des Gesetzes für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz geredet.“

Rot ist eine Signalfarbe. Zeigt die Ampel rot, bleiben Autofahrer stehen. Bei Übertretung der Verkehrsregel drohen nicht nur Strafpunkte in Flensburg, sondern die ganz reale Gefahr eines Zusammenstoßes. Der „rote Marktplatz von Weißwasser“ darf insofern als Ausrufezeichen verstanden werden. Vor dem Satzzeichen steht nur ein Wort: Gefahr! Vielleicht sieht ja nun auch die SPD rot? Die Weißwasseraner Feuerwehr wird jedenfalls nicht locker lassen und weiter auf das Problem aufmerksam machen. Die nächste Regionalkonferenz zum Brandschutz läuft am 31. Mai. Außerdem soll eine sachsenweite Konferenz zur Zukunft der Feuerwehr noch 2012 kommen.

 

 

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