Anradeln mit leider nur wenig Teilnehmern

23.04.2016 DruckversionPDF

Trotz nur rund 30 Teilnehmern war das Anradeln am heutigen Samstag ein großer Erfolg. Durch die kleinen Haltezeiten und den dabei gegebenen Informationen zu unserer Natur durch die Leiterin des Geoparkbüros Muskauer Faltenbogen - Nancy Sauer erfuhren die Teilnehmer viel Neues über ihre Heimat. Das kam sehr gut an bei den Radlern.
Die Teilnehmer mit der längsten Anreise kamen aus Görlitz und Forst/Lausitz.
Im nächsten Jahr soll es wieder eine gemeinsame Anradelveranstaltung geben. Nachfolgend einige Eindrücke.


SÄCHSISCHE ZEITUNG: Über 20 Pedalritter starten am Sonnabendmorgen vor dem Rathaus der Stadtverwaltung Weißwasser zum traditionellen Anradeln 2016. Zu ihnen gesellen sich am Vorwerk in Weißkeißel weitere acht Unentwegte, die sich im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau in den Sattel geschwungen hatten. Unter der Leitung von Nancy Sauer erkunden die Teilnehmer einen reizvollen Teil des Geoparks Muskauer Faltenbogen in Deutschland und in Polen.© Rolf Ullmann



2016.04.23.-Anradeln 2016
An verschiedenen Haltepunkten gab es Informationen zur Natur, Geologie und Geschichte

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Alle hatten viel Spaß an der Tour

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Mittagessen auf dem Modellflugplatz in Kaupen - Danke für die Bewirtung

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Petra Jantke von der BarmerGEK war auch mit dabei

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Halt im Neißetal in Sagar

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Über die Fahrradbrücke in Bad Muskau

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Und auch ein Bieber wurde gesichtet

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Einfahrt in die Grube Babina (Polen)

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Und wieder einige kurze interessante Erläuterungen

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Die letzten Meter nach rund 28 Kilometern bis zum Ziel - dem Aussichtsturm in der Grube Babina

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Nicht alle wollten die 120 Stufen bis auf die oberste Plattform nach oben

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Auf Wiedersehen bis nächstes Jahr

 

Fotos und Text: Torsten Pötzsch

 

LAUSITZER RUNDSCHAU 25. April 2016

Erkundungstour per Drahtesel
Anradeln bis zur Grube Babina im polnischen Teil des Geoparks Muskauer Faltenbogen

Bad Muskau/WeißwasserMit dem Wochenende begann wieder offiziell die hohe Zeit der Freunde der Drahtesel. In Weißwasser wurde das 22. Anradeln, in Bad Muskau das Vierte des Geoparks Muskauer Faltenbogen gestartet. Kurzerhand verbanden die Organisatoren beide Touren miteinander.


An der Schänke "Zum Gutshof" starten die beiden vereinten Gruppen zur weiteren Tour durch den Geopark. Foto: Ingolf Tschätsch


Marstall im Schlossvorwerk Bad Muskau Sonnabend kurz vor 10 Uhr. Hier soll der Start für das vierte Anradeln im Geopark Muskauer Faltenbogen erfolgen. Sieben Grad und bedeckter Himmel. Kein Fahrradwetter? Nicht für eingefleischte Zweiradenthusiasten wie das Forster Ehepaar Ernst und Eveline Doering. Sie treffen als Erste ein. "Wir sind viel mit dem Rad in der Region unterwegs. Im Schnitt so 25 Kilometer haben aber auch schon 40 Kilometer geschafft. Heute haben wir uns das hier ausgesucht und die Räder im Van mitgenommen", erzählt Ernst Doering. Lachend fügt er hinzu, dass er als frischgebackener Jungrentner noch mehr Zeit für das Hobby habe.

Die Geoparkführer Nancy Sauer und Detlef Nickel kommen angeradelt. Insgesamt sind wir gerademal sieben Leute am Start. Bevor es losgeht, gibt Nancy Sauer noch einige Informationen zum Tourablauf und zur zu erkundenden Landschaft. Es ist eine Besondere. Seit November 2015 ist schließlich Geopark Unesco Global Park. So aufgewertet befinde sich dieser nun in Augenhöhe mit dem Unesco-Weltkulturerbe und den Unesco-Biosphärenreservaten. Gemeinsam mit der Stiftung Fürst-Pückler-Park soll die einmalig schöne Stauchendmoränenlandschaft Mitteleuropas zielgerichtet vermarktet werden. Eine Reaktion auf den Strukturwandel in der Region, so Nancy Sauer.

Dann aber wird in die Pedale getreten. Es geht Richtung Krauschwitz. Der kleine Pulk überquert dort die Muskauer Straße, biegt in die Ebertstraße ein und legt an der kleinen Brücke über dem Wiesenflüsschen Legnitzka den ersten Halt ein. Nancy Sauer zeigt auf das rostbraune, eisenoxidhaltige Wasser. Sie kommt in diesem Zusammenhang auf die Raseneisenerzvorkommen zu sprechen, die schon vor dem zehnten Jahrhundert in dieser Gegend abgebaut wurden und zur Industriealisierung des Ortes – siehe Keulahütte – geführt haben. Hin und wieder fallen an den Häusern gelbe Ziegel auf. "Das ist der gelbe Flaschenton von hier", weiß die Geoparkführerin. Auf Waldwegen vorbei am Betriebsgelände der Keulahütte und der Firma Nadebor wird schließlich Weißkeißel angesteuert. An der Schänke "Zum Gutshof" trifft die Gruppe schließlich auf die Radler, die auf dem Marktplatz in Weißwasser mit Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) gestartet sind. Vereint – jetzt sind es rund 30 Pedalritter – geht es fortan weiter. Der Ortsteil Bresina wird durchquert.

Die Muskauer Heide

Am Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges Zwischenstopp für eine weitere Unterrichtseinheit in Sachen Heimatkunde. Nancy Sauer ist in ihrem Element, erklärt Besonderheiten der Muskauer Heide. Der neugierige Zeitgenosse hört staunend, dass sich in dieser Gegend eines der größten Binnendünengebiete Deutschlands als nacheiszeitliches Relikt befindet.

Im Tross der Radfahrer bekannte Gesichter. Brigitte Zinke aus Gablenz beispielsweise, die beinahe jede geführte Tour wahrnimmt, genauso wie die beiden Weißwasseranerinnen Edda Fischer und Christa Weiß. Und dann ist da auch noch Heinz Willi Richter, der volkstümliche Bücherschreiber, fast schon so etwas wie ein Weißwasseraner Original. Der auch auf seinem altersschwachen Drahtesel sitzend, es nicht lassen kann, Geschichten zu erzählen. Davon, dass er als Junge in den Wäldern ringsum Blaubeeren sammeln musste und wie er trickreich versuchte, seiner Mutter immer einen vollen Eimer zu präsentieren . . .

Von Brand und Torfstechern

Auf dem letzten Stück vor der Mittagspause radelt die Truppe am Rande des Truppenübungsplatzes Oberlausitz entlang. Da gab es einmal den Ortsteil Brand, heute von der Landkarte verschwunden. Bis in das 20. Jahrhundert hinein wurde dort Moor abgebaut von den Torfstechern und mit der Waldeisenbahn abtransportiert.

Anfliegen in Kaupen

Im Landschaftsbild taucht jetzt immer häufiger, je weiter es in Richtung Neiße geht, die Lausitzer Tieflandsfichte auf. Eine Besonderheit. Vorbei am Naturschutzgebiet Hammerlugk, dann taucht Kaupen auf, der Flugplatz. Welch ein glücklicher Zufall: Der Modellsportclub Krauschwitz veranstaltet gerade das Anfliegen. So können die Anradler die tollkühnen Flugmanöver beobachten, während sie sich Bock- oder Bratwurst schmecken lassen. Die Forster Doerings sind vom bisherigen Verlauf der Tour begeistert. "Wir machen gern im nächsten Jahr wieder so etwas mit."

Die beiden fitten Seniorinnen Edda Fischer und Christa Weiß wollen auch noch die letzte Etappe mitmachen. Sie führt über die neue Fahrradbrücke in Bad Muskau zum Zielort, dem Aussichtsturm an der Grube Babina auf der polnischen Seite des Geoparks. Dort waren sie noch nicht, müssen es unbedingt sehen, sagen sie.

Brigitte Zinke dagegen tritt die Heimfahrt an: "An der Babina war ich schon fünf Mal. Das reicht." Zum erfreulichen Fazit gehört auch das: Petrus hatte während der gesamten Tour ein Einsehen mit den Radfahrern.

Ingolf Tschätsch /

 

SÄCHSISCHE ZEITUNG 26.04.2016

Das Rad dreht sich
35 000 Gäste hat der Geopark Muskauer Faltenbogen registriert. Mit dem Welterbetitel sollen es erheblich mehr werden.


Von Alexander Buchmann

2016.04.26.-SZ Anradeln
Mit dem traditionellen Anradeln am Sonnabend hat die Fahrradsaison begonnen. Die beliebtesten Touren sind jene, die Geschichte, Schönheit und Kultur verbinden können.

2016.04.26.-SZ Anradeln
Der Geopark ist längst keine unbekannte Marke mehr. Die Kinder der Grundschule Sagar etwa haben mit Geopark-Marketingfrau Nancy Sauer das Jugendspezialheft durchgesehen.

2016.04.26.-SZ Anradeln
Der Fürst-Pückler-Park ist nicht Konkurrenz, sondern Partner des bald mit dem Unesco-Titel versehenen Geoparks Muskauer Faltenbogen. Das nutzt beiden auch in Zukunft.

2016.04.26.-SZ Anradeln
Die neu hergerichtete ehemalige Grube Babina hat sich in kürzester Zeit zu einem besonders beliebten Ausflugsziel für Geopark-Interessenten entwickelt. Fotos: as, jt, ru


Es ist angeradelt. Und die Region hofft wieder auf eine gute Tourismussaison. Und die könnte tatsächlich gut werden. Denn mit dem Unesco-Titel im Rücken sollen es in diesem Jahr noch mehr werden. Den Titel trägt der Geopark seit November vorigen Jahres, als die Unesco neben den Welterbestätten und den Biosphärenreservaten eine weitere Flächenkategorie eingeführt hat. Die offizielle Urkundenübergabe erfolgt am 28. Mai im Fürst-Pückler-Park durch die deutsch-polnische Unesco-Kommission. Zum Erfolg beglückwünscht den Geopark auch Mariusz Czuba vom Nationalen Institut für das kulturelle Erbe der Republik Polen.

Der Titel bringe eine weltweite Förderung im Sinne von Promotion mit sich, erklärt er. Cord Panning, Parkdirektor des Fürst-Pückler-Parks, sieht für den Geopark große Potenziale und viele Chancen. Ein Selbstläufer werde der Park dadurch aber nicht. Aber die Hoffnung keimt. Trotz wenig frühlingshaftem Wetter haben am Sonnabend von Weißwasser und Bad Muskau aus wieder einige Wackere ihre Drahtesel bestiegen. Darunter auch Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch. Zielort ist in diesem Jahr die Grube Babina im polnischen Teil des Geoparks Muskauer Faltenbogen gewesen, die ein beliebtes Ausflugsziel im Geopark ist. So sei die Grube Babina im vorigen Jahr von etwa 17 000 Menschen besucht worden, teilt Nancy Sauer, die Leiterin des Geoparkbüros in Döbern, kürzlich bei der Saisoneröffnung mit. Insgesamt seien es etwa 33 500 Besucher gewesen, die 2015 die verschiedenen Angebote wahrgenommen haben. „Das ist eine stolze Zahl“, sagt Nancy Sauer.

Pücklerpark gibt Schützenhilfe
Aus seiner Erfahrung nach der Verleihung des Welterbe-Titels an den Muskauer Park im Jahr 2004 weiß Panning, was sich durch eine solche Titelanerkennung ändert. Zunächst einmal ändere sich nichts, aber mittelfristig gebe es einige Vorteile, so Cord Panning. So könne man sich im Gerangel um staatliche Zuwendungen auf die externen Bewertungen berufen. Das sei Gold wert. Bei der touristischen Vermarktung helfe ein solcher Titel ebenfalls. Vorher sei man nicht so richtig für voll genommen worden, aber danach sei kein Bericht und kein Reiseanbieter mehr am Park vorbei gekommen, sagt der Parkdirektor. Im Hinblick auf Investitionsprogramme bringe der Unesco-Titel letztendlich auch Geld. Die Herausforderung für den Faltenbogen sieht Cord Panning jedoch darin, dass es Stellen geben müsse, wo gezeigt wird, was das Besondere an der Landschaft sei.  

„Wenn der Pücklerpark eine Rose ist, ist der Geopark ein Gänseblümchen“, sagt Manfred Kupetz vom Förderverein Geopark Muskauer Faltenbogen. Dieser Vergleich soll zeigen, wie viel Arbeit noch vor den Verantwortlichen liegt. Für ein neues Projekt habe man bereits Mittel beantragt, erklärt Nancy Sauer. Projektpartner ist hierbei die Stadt Weißwasser. Der Geopark soll international etabliert und auch Angebote für den internationalen Besucherverkehr geschaffen werden. Mit dem Infopunkt in Weißwasser sei man seit vorigem Jahr nach Döbern und Leknica nun auch in Sachsen präsent. Auf sächsischer und brandenburgischer Ebene sowie gemeinsam mit Polen habe man sich ebenfalls in vielen Projekten versucht. Durch ein Bildungsnetzwerk, für das weiter neue Mitstreiter gesucht werden, wolle man Schulen und Kitas dazu animieren, Schulprojekte und Ausflüge in der Region zu machen, so Nancy Sauer weiter.

Daneben haben die Verantwortlichen auch mit der Bürokratie alle Hände voll zu tun. So stünden in diesem Jahr die Vorbereitungen zur Gründung einer Trägerorganisation für die deutschen und polnischen Akteure des Geoparks an, erklärt Nancy Sauer. Man hoffe, diese 2018 gründen zu können, denn 2019 wird eine erneute Evaluierung für die Titel als europäischer und globaler Geopark durchgeführt. Mit der Energieregion Lausitz/Spreewald habe man dabei aber einen starken Partner, so Nancy Sauer weiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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