Bundesprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe" für Weißwasser

17.01.2012 DruckversionPDF

LAUSITZER RUNDSCHAU vom 16.01.2012

Elena reicht Weißwasser die Hand

Frischer Wind im Rathaus: Elena Braunagel stürzt sich seit Kurzem in ihre neue Aufgabe als Projektleiterin für die Aktion „Zusammenhalt durch Teilhabe“. Die 25-Jährige weiß genau, was sie will: Menschen die Hand reichen, tanzen und eine Familie gründen – für eine Zukunft in Weißwasser.


 

Elena Braunagel glitzert. Strasssteine an den Ohren, den Fingern, an einer langen Kette um den Hals. Und dann dieses Lächeln: Es scheint den Schmuck zu ergänzen. Und wird ihr bei der Herausforderung, das Projekt „Zusammenhalt durch Teilhabe“ zu leiten, sicherlich helfen.

„Zusammenhalt durch Teilhabe, das heißt, den Menschen die Hand zu reichen“, erklärt Braunagel. „Dafür bin ich genau die richtige.“ Dieses Selbstbewusstsein wird die 25-Jährige in den nächsten eineinhalb Jahren an ihren Aufgaben messen müssen. Sie wird erste Ansprechpartnerin sein, wenn es darum geht, Stadtverwaltung und Einwohner einander näher zu bringen. Möglicher Frust der Bürger soll sich mit Hilfe der Aktion in die Motivation verwandeln, das Zusammenleben vor Ort selbst zu gestalten, wieder stolz auf die Heimat zu sein.

 

Weißwasser stehen dafür bis zum Jahr 2013 eine viertel Million Euro zur Verfügung – der Bund fördert das Programm. Teil davon sind Projekte wie „Mission Olympic“ oder ein neues Image für die Stadt. „Wir wollen die Verwaltung für die Belange der Bürger begeistern. Und auf der anderen Seite die Bürger für ihre Stadt sensibilisieren“, bringt es Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) auf den Punkt.

 

Er ist froh, dass er dafür die Hilfe einer jungen Kollegin hat. Schließlich ist er mittlerweile einer der jüngsten Mitarbeiter im Rathaus. Das soll sich ändern. „Wir wollen jungen Leuten zeigen, dass es in Weißwasser Perspektiven gibt“, sagt Pötzsch. Elena Braunagel ist dafür das beste Beispiel. Deshalb nickt sie bei den Worten des Oberbürgermeisters stetig mit dem Kopf. Die beiden kannten sich bereits, bevor Braunagel 2006 eine Lehre als Verwaltungsfachangestellte im Rathaus begann. Pötzsch und sie scheinen ein eingespieltes Team zu sein, überzeugt vom Erfolg des Projekts.

Dass dieser Erfolg eintritt, ist auch für Elena Braunagels Privatleben wichtig. Seit sie mit ihrer Familie im Alter von acht Jahren aus Kasachstan nach Weißwasser gekommen ist, weiß sie, dass sie in der neuen Heimat bleiben will. „Ich sehe hier meine Zukunft“, stellt sie fest. Mit ihrem Freund baut Braunagel daher seit 2006 ein Haus aus, in zwei oder drei Jahren möchte sie eine Familie gründen.

Fast jedes Wochenende verbringt die zierliche Frau auf der Baustelle. Oder powert sich beim „Fitness-Aerobic“ aus, einer Mischung aus Tanz und Kondition. Weißwasseraner zwischen 16 und 65 Jahren hüpfen und drehen sich dort mit ihr zur Musik. „So motivieren sich die Generationen gegenseitig“, sagt Elena Braunagel und zeigt wieder ihr funkelndes Lächeln.

Was aber, falls die Stadt nach Ende des Projekts in eineinhalb Jahren keinen Anschlussvertrag bieten kann? „Wir wollen erst mal diese Zeit positiv gestalten“, sagt Oberbürgermeister Pötzsch. „Alles andere wäre jetzt zu tief in die Glaskugel geschaut.“

 

 

 

Zum Thema:
Im Mittelpunkt des Programms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ stehen Menschen, die sich für eine lebendige Gemeinschaft engagieren. Die Bundeszentrale für politische Bildung organisiert die Aktion bundesweit. Mehr Informationen gibt es unter www.zusammenhalt-durch-teilhabe.de. Ideen, Fragen, Wünsche? Elena Braunagel: Telefon 03576/265407, E-Mail elena [dot] braunagelatweisswasser [dot] deIm Video stellt sich die 25-Jährige vor. Klicken Sie auf www.lr-online.de/braunagel.

 

 

 

Von Anna Müller-Heidelberg

 

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