Erste Eindrücke von der 2. Kooperativen Planungswerkstatt

13.01.2016 DruckversionPDF

Am heutigen Dienstag ab 18 Uhr diskutierten rund 25 interessierte Teilnehmer an vier Thementischen offen über zentrale Themen der Stadtentwicklung und welche Rolle in Zukunft Weißwasser einnehmen sollte. Eine zentrale Aussage war u. a., dass das ewige Meckern nun endlich der Vergangenheit angehören sollte. Selbst gemeinsam Ideen entwickeln und umsetzen. Dies ist der Weg der Zukunft und das nicht nur für Weißwasser.
Alle weiteren Infos: BITTE HIER KLICKEN.

Nachfolgend einige Fotoeindrücke.

2016.01.12.-Kooperative Planungswerkstatt 2016
Ein Blick durch die Scheibe von draußen in die Räume der Straße der Glasmacher 8

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Der jüngste Teilnehmer = Teilnehmerin

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Zusammenfassung der Ergebnisse

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Zusammenfassung der Ergebnisse

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Zusammenfassung der Ergebnisse

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Gute Gespräche auch am Rande der Veranstaltung zwischen Stadtverwaltung und Wirtschaft

2016.01.12.-Kooperative Planungswerkstatt 2016

Text und Fotos: Torsten Pötzsch

 

LAUSITZER RUNDSCHAU vom 09.01.2016

Mitgestalten bei der Zukunft von Weißwasser 2030+

Kooperative Planungswerkstatt startet am Montag

Weißwasser Experten feilen gemeinsam an einem Zukunftskonzept für Weißwasser 2030+. Es handelt sich um Wissenschaftler und Einwohner aus Weißwasser. Nach Interviews und Zukunftslaboren folgt ab 11. Januar eine kooperative Planungswerkstatt, die das Konzept hervorbringen soll.


Auch um den Bahnhof wird es bei der Zukunftswerkstatt in Weißwasser gehen. Foto: Regina Weiß

"Nun geht es darum, die aufgezeigten Potenziale wie zum Beispiel Bahnhof, Gelsdorfhütte, Stadteinfahrten und so weiter zu heben. Mit wenigen Mitteln kann viel erreicht werden." Worte aus dem Resümee von Holger Schmidt nach der Planungswerkstatt in Weißwasser 2013. Damals sagte der Professor für Stadtumbau und Ortserneuerung an der Technischen Universität (TU) in Kaiserslautern: Wenn die Werkstatt Anregungen gab, Weißwasser Elan zeigt und mit dem Schwung aus der Werkstatt-Zeit weiterarbeitet, sei ihm nicht bange.

Dazu gründete Weißwasser eine Umsetzungsagentur. Mit der Agentur sollten die Ideen aus der Werkstatt zum Beispiel für Bahnhofsgebäude, Neufertbau, Gelsdorfhütte, Glasfachschule und Volkshaus weiter vorangebracht werden. Ist das gelungen? Holger Schmidt sagt ja. "Es gibt keine einfachen Lösungen für diese Leuchttürme, die zu besten Industriezeiten Weißwassers entstanden und nun in die Stadtentwicklung integriert werden sollten. Den Bahnhof hat die Stadt ersteigert. Er ist nun ihr Eigentum genau wie die alte Glasfachschule. Weißwasser hat das Heft des Handelns selbst in die Hand genommen." Schmidt erinnert an den Gutachter-Wettbewerb für das Bahnhofsgebäude und die ersten Entwürfe und Kostenschätzungen. Regelrechte Wellen wurden ausgelöst, als die Kosten stiegen. "Denn einige Sachen waren anfangs einfach nicht enthalten, wie zum Beispiel der Güterschuppen. Oder die vielen Anforderungen von Behörden. Barrierefreiheit zum Beispiel." Inzwischen habe der Stadtrat zugestimmt, dass die Entwurfsplanung gemacht werden soll.

Bis Mitte 2016 soll diese vorliegen. Holger Schmidt sieht das positiv, denn erst dann könne man von viel genaueren Kosten sprechen. Auch das Nutzungskonzept werde verfeinert. "Ein Beispiel sind die intensiven Gespräche der Stadt mit einem interessierten Augenarzt, der hier möglicherweise eine Praxis eröffnen würde." Holger Schmidt verweist außerdem darauf, wie toll sich die Sache mit dem Geopark entwickele. "Mit dem Unesco-Titel bekomme das Thema viel mehr Aufmerksamkeit. Und dazu die Tourismusinfo und das als wichtige öffentliche Aufgabe im Bahnhof zu konzentrieren, ist genau der richtige Weg", schätzt der Professor ein. Das Engagement des Stadtvereins dafür, der viele kleine Mosaiksteinchen dort bündelt, könne man gar nicht hoch genug einschätzen.

Bahnhofsgebäude – das ist auch ein Schwerpunkt beim gegenwärtigen Wettbewerb "Zukunftsstadt", sagt Schmidt. Weißwasser ist eine der 52 teilnehmenden Städte in der ersten Runde des bundesweiten Wettbewerbes und will unbedingt weiterkommen. Unter dem Motto "WSW – wir gestalten Zukunft" geht es um ein realistisches Konzept, das aufzeigt, welche konkreten Vorhaben Sinn haben, sie anzupacken. Denn einen Plan aufzustellen und dann zu sagen, jetzt setzen wir ihn um, funktioniere laut Holger Schmidt nicht. "Die Stadt ist ein Zusammenschluss von Menschen mit ganz unterschiedlichen Motivationen – ideell, sozial, wirtschaftlich interessiert. Sie alle unter einen Hut zu bringen und dazu noch die technischen und Umwelt-Einflüsse ist eine sehr komplexe Geschichte." Außerdem verändere sich die Welt, deshalb müssten ältere Sachen auch hinterfragt werden. Der Zukunftswettbewerb ist so eine Chance, die sich aber ohne die "Experten", die sich in Vereinen, in der Kirche, im Stadtrat engagieren oder sich anderweitig verbunden mit Weißwasser, nicht nutzen lasse.

Etwa 50 Mitmenschen unterschiedlichen Alters wurden dazu von Wissenschaftlern um Holger Schmidt in diesem Sommer interviewt. Arbeitstreffen, die Zukunftslabore hießen, folgten im Oktober. In die Diskussion und Fachsimpelei mit einem Teil der befragten Experten flossen auch die Ergebnisse der Interviews ein. Themen waren "Lebendige Stadt", "Wirtschaft und Bildung", "Kulturregion Weißwasser" und "Wir gestalten Zukunft".

Für Holger Schmidt steht fest: "In den Interviews und Laboren sind viele Sachen von 2013 bestätigt worden und neue hinzugekommen." Bereits vorhandene städtische Konzepte (integrierte Stadtentwicklung, Handel, Klima) haben die beteiligten Wissenschaftler unter die Lupe genommen und aufbereitet für die nächste Stufe, die kooperative Planungswerkstatt vom 11. bis 15. Januar. Dann spielt die Frage eine besondere Rolle, wie können Bürger ihre Stadt selbst gestalten. "Es geht nicht um russische Tonnenideologie. Quantitative Zahlen sagen nicht so viel. Qualität dahinter ist gefragt. Es braucht Leute mit Herz und Verstand."

Einer, der mit Holger Schmidt in der Umsetzungsagentur und an der Zukunftsstadt arbeitet, ist Gregor Schneider, ein gebürtiger Weißwasseraner, der auch schon an der Planungswerkstatt 2013 mitwirkte. Was die Agentur angeht, so habe diese mit den genannten Objekten einen roten Faden. Und jetzt, wo feststeht, dass Weißwasser in den nächsten Jahren mit erheblichen Efre-Fördermitteln rechnen kann, gebe das Sicherheit. Für Gregor Schneider ist es das Spannendste, den Leuten klarzumachen, dass es nicht das Ding der Wissenschaftler ist, sondern sie selbst gefragt sind. "Selbstgemachte Stadt – das ist ein spannendes Feld." Schneider ist überzeugt, Weißwasser verfüge mit Oberbürgermeister Torsten Pötzsch, Stadtverein, AJZ Garage und Sozialem Netzwerk über einen guten Pool. "Die bündeln viel Wissen."

Aber Schneider rät auch dazu, "den kleinen Initiativen wie dem Kultur-Sofa Chancen zu geben. Es muss nicht alles durch einen Flaschenhals!" Mitverantwortung, Mitgestalten – diese Wörter sollten ernst genommen werden, wenn es um "WSW – wir gestalten Zukunft" geht. Der Wissenschaftler beweist, dass er sich sehr gut in Weißwasser auskennt, wenn er sagt: "Im Rathaus und im Stadtrat braucht es Ermöglicher und keine Verhinderer."

Wobei es nicht so sei, dass es nur Verhinderer gäbe. Es gehe um Verständnis. Denn: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. In dem Sprichwort steckt viel Wahres. Verwaltung und Rat seien die Schlüssel dafür, Neid und Missgunst Teufel in einer Kleinstadt, "sie graben Energien und Motivationen ab". Das treffe auf viele Bereiche zu, vom Handel bis zu Vereinen.

"Zukunft gestalten heißt auch, über den eigenen Schatten zu springen und mal etwas zuzulassen. Wir experimentieren nicht Sinnloses, aber probieren, was anderswo erfolgreich war", gibt Gregor Schneider den Weg vor. Lebendige Stadt – das bedeutet für ihn zum Beispiel, der Telux Leben einhauchen. "Es ist das letzte Symbol der Glasarbeiterstadt. Das Areal ist Gold wert. Orte wie diese sind spannend, sie ziehen junge Leute an." Oder Wandel im Handel – "der Leerstand in Geschäften ist groß. Bei Butter-Noack wird wohl nie wieder jemand Butter verkaufen. Aber nutzen sollte man das Geschäft."

Schneider verweist auf Leipzig und die Wächterhäuser als Anregung. Oder auf das bayerische Selb. Dort sei es gelungen die ehemaligen Porzellanstandorte zu halten. In leeren Läden wurden Schauwerkstätten eingerichtet.

Zum Thema:
Wenn das Konzept "WSW – wir gestalten Zukunft" steht, kann es der Stadt Weißwasser einen Geldsegen bescheren. Vorausgesetzt, die aufgezeigten Visionen für das Jahr 2030+ richten sich auf den Wandel bei der Energieversorgung und der Mobilität, auf Innenstadt- und Quartiersentwicklung sowie auf das Verhältnis zwischen Stadt und Umland und stoßen beim Bundesministerium für Wissenschaft und Bildung auf Zustimmung. 200 000 Euro stellt dieses in Aussicht. Von den 51 Städten aus der jetzigen ersten Runde werden nur noch 20 dafür berücksichtigt.

Gabi Nitsche

 

 

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